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Im Interview

Zehn Fragen an Martin Reichart

 

1. Wie wollen Sie Unterschleißheim radfahrerfreundlicher machen?

 

Ich halte unsere Stadt für radfahrerfreundlich. Verbesserungen sind immer möglich. Handlungsbedarf sehe ich an den Unterführungen beim Bahnhof Unterschleißheim und am Münchner Ring, Höhe Friedhof. Besonders die letztgenannte Stelle gibt mit der fehlenden Übersichtlichkeit einen Vorgeschmack auf das zu erwartende Chaos im Bereich der Straßenunterführung am Bahnübergang. Weiter würde ich mich über ein Angebot an witterungsgeschützten und abschließbaren Radstellplätzen besonders im Bereich der Bahnhöfe freuen. Weitere Schutzstreifen könnten die Gleichberechtigung im Nebeneinander der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer verdeutlichen.

 

2. Wie stellen Sie sich die Energiewende in Unterschleißheim vor?

Das Engagement der Ortspolitik zur Energiewende halte ich in einigen Teilen nicht für zielführend. Die GTU kostet den Steuerzahler Unsummen, ohne die ökologischen Versprechungen zu erfüllen. Die Investition in auswärtige Windprojekte ist aus meiner Sicht unsinnig. Die städtischen Bemühungen in Photovoltaik sind unzureichend. Wir sitzen auf einem schier unerschöpflichen Bodenschatz, der Grundwasserwärme. In vielen privaten Projekten habe ich nachgewiesen, dass zu einem Bruchteil der Investitionen der GTU oberflächennahe Erdwärme effizient nutzbar ist. In Kombination mit Photovoltaik lässt sich der gesamte Heizwärmebedarf wirtschaftlich, wie auch in der CO²-Bilanz, zum Nulltarif realisieren. Das Potenzial der Restwärmenutzung des Tiefenwassers z.B. zur Biogasherstellung muss erschlossen werden. Bei der Gebäudesanierung sollte statt umständlicher KfW-Auflagen-Erfüllung der Griff nach den „low hanging fruits“ in den Vordergrund gestellt werden.

 

3. Was sind Ihre Visionen für die Entwicklung des Gewerbegebiets, auch im Hinblick auf die Verkehrssituation?

 

Dem Gewerbegebiet wurden sämtliche im Stadtkörper nicht gewünschten Funktionen aufgebürdet ohne daran zu denken, dass der damit einhergehende Verkehr nur zwei Zuwegungen von und nach außen hat. In stadtplanerischem Unverstand wurden unterschiedlichste Gewerbe- und Wohnnutzungen gemischt, Großversorger statt bei den Menschen im Süd-Osten der Bahn anzusiedeln auch noch dazu gepackt. Und jetzt wundern sich alle Beteiligte über die massiven Staus besonders in der Rushhour, wie über die unterschiedlichsten Unverträglichkeiten im städtebaulichen Mischmasch. In einem bereits im Namen nach Kraft klingenden Gutachten wurde das Credo zur Absiedlung der Speditionen und der Herstellung wertvollster Businessimmobilien gesungen, mit der Begründung, man könne so den Verkehr minimieren. Das Gegenteil war damals bereits absehbar. Visionen genügen zur Abhilfe dieser echten Missstände allein nicht mehr. Das Gewerbegebiet bedarf einer vollständigen Neustrukturierung. Die Verknüpfungsachsen im Flächennutzungsplanentwurf sind hier die ersten zaghaften Versuche in die richtige Richtung.

 

4. Wie stellen Sie sich angesichts der Flächenknappheit die weitere Stadtentwicklung vor?

 

Unterschleißheim wird sich nur noch moderat mit sehr kleinen Bevölkerungszuwächsen entwickeln können. Dies sollte nach Möglichkeit durch Nachverdichtung geschehen. Die wenigen Erweiterungspotenziale sollten geizig zurückgehalten und nur in äußerster Not genutzt werden. Darin liegt zum Trost aller enttäuschten Wachstumsgläubigen die Chance der Qualitätssteigerung. Der Standort Unterschleißheim wird aus dem Preiswettbewerb in einen Leistungswettbewerb wechseln müssen, in welchem Geld für Lärmschutz, qualitätsvolle öffentliche Räume, Vernetzung des Naturraums mit dem Stadtkörper, echte Energiewende usw. zur Verfügung steht.

 

5. Wollen Sie die im neuen Flächennutzungsplan vorgeschlagenen Verbindungsachsen über die Bahn hinweg realisieren, und wenn ja: wie?

 

Diese Achsen überzeugen nicht mehr uneingeschränkt, seit ich die Frage gestellt habe, ob derlei Strukturen überhaupt umsetzbar sind, ohne die Bahn tiefer zu legen. Sie stellen jedoch den zaghaften zeichnerischen Versuch dar, die fatale Teilung unseres Ortes durch die Bahn aufzuheben. Für mich ist ein großes Entwicklungsziel noch immer die Bahn im Tunnel. Dass die vielen Gutachten eigens zur Verunmöglichung dieser Idee in Auftrag gegeben wurden, beweisen die realisierten Röhren in Ismaning und Unterföhring. Die genannten Kosten sollen jede weitere Diskussion um die beste und einzig wirksame Lösung unseres stadtplanerischen Dilemmas abwürgen. Vergleicht man die realen Kosten der Nachbarn mit unserem Projekt, zeigen sich ganz andere Zahlen. Nie betrachtet wurden zudem dabei die Gewinne für die Bürger: der Lärmschutz, die frei werdenden Flächen, die möglichen Straßenverknüpfungen, die Wertschöpfung für die unter den Einflüssen der Bahn leidenden Grundstücke usw. Auch wenn das große Ziel, dank der Abwendung der SPD von dieser Idee, in weitere Ferne gerückt ist, sehe ich noch immer die Möglichkeit zur Umsetzung des Projektes. Jeder noch so kleine Schritt in diese Richtung ist zielführend und wird deshalb von mir unterstützt.

 

6. Stehen Sie zum Erhalt der kartierten Biotope und wo werden Ihre Schwerpunkte bei der Umsetzung des Landschaftsplanes liegen?

 

Leit- und Grundzüge des Landschaftsplanes sind für mich nur schwer zu erkennen. Mir fehlt sozusagen der rote oder besser der grüne Faden. Der Eindruck, dass der Bestand nicht sauber erhoben wurde verdichtet sich, besonders was die Biotope angeht. Ich erinnere an das kartierte Birkenbiotop, in welchem Eschen und eben keine Birken stehen, welche vor zwei Generationen zur Brennholzaufzucht angepflanzt wurden. Ich halte auch nichts davon, durchgewachsene Privatgärten zu Lohwaldresten zu erklären und im gleichen Atemzug tatenlos zuzusehen, wie ein einzigartiger Bestand von zig alten Bäumen im tatsächlichen Lohwaldrest niedergemäht wird, statt durch Architektur und Baumassenverteilung ein Nebeneinander zu ermöglichen. Diese Chancen der planerischen Einflussnahme sind bereits vertan. Bevor ich diesen Landschaftsplan umsetzen werde, muss dieser noch einmal sorgfältig überprüft werden.

 

7. Was sind Ihre Vorstellungen zur Zukunft des Erholungsgebietes „Hollerner See“?

 

Als derjenige, der das Bürgerbegehren seinerzeit initiiert, Plakate und Text formuliert und die Kooperation aller beteiligter Gruppierungen organisiert hat, habe ich keine große Not zu sagen, dass ich das große Ziel, diesen wertvollen Erholungsraum naturbelassen zu erhalten und von jeglicher Bebauung freizuhalten, auch weiter verfolgen werde. Von mir wird es keine Unterstützung geben für Absichten, Straßen, Gewerbegebiete oder Freizeitanlagen jedweder Art zu bauen.

 

8. Im März 2013 endet die Bindungsfrist des Hochhausbürgerentscheids. Werden Sie dann das Nein der Bürger zu Hochhausplanungen noch respektieren?

 

Dieses Bürgerbegehren habe ich mitgetragen, wenngleich ich keine kategorische Abneigung gegen einzelne Bautypen hege. Für mich war im Vordergrund, den lokalfürstlichen Umgang mit Baurecht zu unterbinden. Die Servilität gegenüber der Investitionsbereitschaft einzelner Spekulanten, ohne Abwägung der Konsequenzen für die Bevölkerung bezüglich städtebaulicher Verträglichkeit, Verkehr und der Schaffung von Pionierprojekten, ist durch nichts zu rechtfertigen. Selbstverständlich ist das Votum der Bürger über das Verfallsdatum hinaus für mich bindend. Sollten städtebauliche Überlegungen irgendwann besondere Bauwerke an bestimmten Stellen erfordern, sollen darüber, wie von mir bereits vor dem Bürgerbegehren in mehreren Anträgen gefordert, auch wieder die Bürger befragt werden.

 

 

9. Wie wollen Sie künftige Bürgerentscheide überflüssig machen?

 

Gar nicht! Ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger der plebiszitären Demokratie. Würde die Bevölkerung in wichtige Entscheidungen besser eingebunden, hätten wir weniger Politikverdrossenheit zu beklagen. Die Menschen müssten sich nicht bevormundet fühlen und hätten mehr Verständnis für unpopuläre Beschlüsse. Kontraproduktiv ist die Bindefristregelung, das Verfallsdatum. Bürgerentscheide sollten ausschließlich durch Bürgerentscheide aufgehoben werden können.

 

10. Welche Bevölkerungszahl, wie viele Arbeitsplätze und welches Gewerbesteueraufkommen wünschen Sie der Stadt Unterschleißheim am Ende Ihrer Amtszeit?

 

Im Landkreisvergleich hat Unterschleißheim sehr wenig Fläche pro Einwohner. Es ist unter der Prämisse des Erhalts und der Steigerung der Lebens- und Aufenthaltsqualität nur moderat erweiterbar, mittelfristig etwa auf 28.000 Einwohner. Seit Jahren fordere ich eine qualifizierte Ortsentwicklungsplanung nach dem Ausgewogenheitsprinzip. Es ist anzustreben, den Bedarf an Arbeitsplätzen aus eigener Resource zu decken. Wenn ein quantitativer Ausgleich erreicht ist, muss adäquater Wohnraum zur Verfügung gestellt werden, um Pendlerbewegungen zu minimieren. Die Gewerbesteuereinnahmen bedingen die wirtschaftliche Beweglichkeit der Gemeinde. Ich strebe an, die Einnahmen zumindest auf dem Niveau zu halten, wie sie sind.

 

(Die Fragen des Bund Naturschutz wurden vom Bürgermeisterkanditaten Martin Reichart beantwortet)