Essogrundstück und Eilverfahren
Alleine diese beiden Begriffe in einem Satz vorzufinden, ist schon bemerkenswert.
In zig Sitzungen haben sich die Fraktionen sowohl in den Ausschüssen wie auch im Stadtrat bereits seit vielen Jahren die Köpfe um die Zukunft des Essogrundstückes heiss diskutiert. Unendlich viele Wunschvorstellungen und Träumchen so manch eines Stadtratenden fuhren hierbei mangels Realisierbarkeit mit Schmackes an die Wand. Stadtentwicklung ist schließlich kein Candy-shop, in welchem man sich unreflektiert jedes bunte Wünschlein in die Tüte packen kann. Alles Erträumte will bei Wiedereintritt in die Realität auch bezahlt werden.
Selbst das sichere Wissen darum, dass die Bürger dieser Stadt nichts mehr herbeisehnen, als dass an dieser Stelle endlich wieder ein Gebäude mit einer der Bezirksstraße gerecht werdenden Nutzung steht, reichte bislang nicht aus, Nägel mit Köpfen zu machen. Angesichts der aktuell angespannten Haushaltslage sickerte schlussendlich jedoch die Einsicht ein, das Grundstück rein aus wirtschaftlicher Vernunft nicht weiter vor sich hingammeln zu lassen und wieder an den Markt zu geben.
Und siehe da …. es gibt tatsächlich einen Investor, welcher sich für die Fläche interessiert und uns einen pragmatischen Entwurf präsentiert, in welchem 42 Kleinwohnungen, eine Fläche für einen an dieser Stelle so wichtigen Quartiersversorger und die notwendigen Stellplätze für die vorgesehenen Nutzungen enthalten sind.
Folgerichtig bereitete die Verwaltung das zur Baurechtschaffung notwendige Bebauungsplanverfahren, in diesem Fall, da ein realisierbarer Entwurf ja bereits existiert,
als Vorhaben-bezogenen B-Plan, vor und legte diesen in der Sondersitzung des Stadtrates am 26.03.2026 zur Fassung des Aufstellungsbeschluss vor.
Und was tun die Grünen? Statt dabei wie alle anderen in Jubel auszubrechen und sich an der glücklichen Fügung zu erfreuen, stellten sie einen Antrag auf Vertagung. Es sei noch nicht ausreichend diskutiert und die Bürger zu wenig beteiligt worden. Geht’s noch?
Auf meine Gegenrede hin legte mir Herr Schlagintweit wieder einmal mehrfach Dinge in den Mund, welche ich nicht gesagt habe. Zur Klarstellung: Arten-, Umwelt- und Klimaschutz sind nicht die Hindernisse, weswegen wir in Unterschleißheim so lange zur Realisierung unserer Städtebaulichen Vorhaben brauchen, die scheinbar unüberwindbaren Hindernisse haben ganz konkrete Namen.
Und … zur Beruhigung: die erforderliche Bürgerbeteiligung findet wie in jedem anderen ordentlichen Bauleitverfahren ganz normal statt und die regelmäßig praktizierten Bürgerinformationsveranstaltungen ebenso. Das ist also nicht, wie von Herrn Schlagintweit behauptet, das Verdienst der Grünen, sondern normale Lebensrealität.
Aufgrund des klaren Votums auch ohne Beteiligung der Grünen dürfen wir nun guter Hoffnung sein, dass an dieser Stelle bald wieder urbanes Leben stattfinden kann.
Martin Reichart
Freie Bürgerschaft Unterschleißheim e.V. / Freie Wähler