Umgehung Lohhof-Süd

Umgehungsstraße Lohhof Süd 

Bereits weit vor der Kommunalwahl 2014 schlug die Freie Bürgerschaft eine Umgehungsstraße mit flankierender Bebauung vor.

Im Zuge einer städtebaulichen Machbarkeitsstudie für den Bereich zwischen Kreuzhof und Mallertshofenerstraße wurde von uns die Idee entwickelt, die Durchfahrt durch Lohhof-Süd über eine neue Straße von der Kreuzstraße zur Parkgaststätte zu organisieren.

Die vorgeschlagene Nutzung als allgemeines Wohngebiet westlich der Straße und eine vermittelnde Nutzung zwischen Wohnen und Gewerbe (z.B. Handwerkerhöfe, kleinteiliger Einzelhandel, Lebensmittel) im östlichen Quartiersteil, bot zugleich die Lösung für die seinerzeit kontrovers diskutierte Durchfahrtsproblematik, wie auch für die große Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken. Eine vielfältige Mischung aus EFH, DHH, RH und Eigentumswohnungsbau sollte einer breiten Schicht die Möglichkeit zur Verwirklichung eigener Wohnvorstellungen bieten.

Die neue Durchfahrtsstraße war ausreichend leistungsfähig dimensioniert und die an verkehrsarmen Stichstraßen gelegenen Wohnbaugrundstücke wurden durch eine lineare Reihenhaus- oder Geschossflächenbebauung vor Lärm aus dem Gewerbegebiet und dem Bereich der Bundesstraße B13 geschützt.

Dieser Vorschlag wurde durch die Freie Bürgerschaft am 13.02.2014 im Stadtrat eingebracht.

Und was ist daraus geworden?

Nachdem das Projekt zunächst argwöhnisch beäugt, als uthopisch und unrealisierbar vom Tisch gewischt wurde, erstand es schon wenige Monate später als der genialische Wurf unserer damals neuen Stadtregierung unter dem Arbeitstitel „Mehrgenerationenwohnen“ wie Phönix aus der Asche und hat zum Jahresende 2025 mit dem ersten Spatenstich für den Hochbau das Go erhalten.

Leider ist von der ursprünglichen Idee, nämlich Wohnbaugrundstücke für junge Unterschleißheimer Familien in Nachbarschaft zu wohnverträglichem Gewerbe und Handwerk anzubieten nicht mehr viel übrig geblieben.

Statt der Festigung der Ortsbindung unserer einheimischen Jugend wird schwerpunktmäßig eine sicher auch sinnvolle, aber in dieser Größe eher fragwürdige, da auf Zuzug angewiesene, Seniorenwohnanlage mit angeschlossenen Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen, eines Supermarktes und Geschossflächenwohnungen entstehen, welche aufgrund der aufwändigen Erschließungsmaßnahmen und den Sekundärstrukturen nicht dem Billigsegment angehören werden können.

Unter allergrößten Protesten der Grünen gelang der Freien Bürgerschaft zumindest drei Reihenhauszeilen mit jeweils sechs Einheiten für unsere jungen Familien als Einheimischenmodell aus der ursprünglichen Planung in die Zukunft zu retten.

Martin Reichart

Freie Bürgerschaft Unterschleißheim e.V. / Freie Wähler